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Angeln vom Bellyboot in Schweden – Teil 3

Die Wahl

Obwohl ein Boot zur Verfügung stand, wählten wir für unsere Touren unsere Bellyboote. Ich habe das Gefühl, dass wir so dichter am Fisch sind. Es ist einfach ein besonderes Angeln. Von Vorteil ist, dass jeder von uns seinen eigenen Spot anfahren und beangeln konnte. Ursprünglich war geplant, die Reise ohne einen zusätzlichen Elektromotor anzutreten. Im Nachhinein sollte sich herausstellen, dass es eine sehr gute Entscheidung war diesen dann doch mitzunehmen. Auch wenn es sich beim Lönern nur um einen sehr schmalen See handelt, zeigte uns doch der Wind an schlechten Tagen unsere Grenzen auf. Es kam vor, dass wir trotz Motor und Flossen nicht von der Stelle kamen und aufgeben mussten.

Nach zwei Tagen mussten wir feststellen, dass zu einem guten E-Motor auch eine gute Batterie gehört und noch viel wichtiger, ein noch besseres Ladegerät. Das war das Einzige, was wir bei unserer Planung nicht ausreichend beachtet hatten. Eine 95 Ah Batterie braucht einen soliden Lader! Das von uns mitgeführte Gerät war mit 2-4 Ampere zu mickrig. Die Ladezeiten waren enorm und nachdem wir morgens und abends auf Tour waren, schafften wir es zeitlich nicht, den Akku vollständig zu laden. Schnell war die Entscheidung gefällt: Ein neues „Batteriladdare“ (so heißt es auf schwedisch) musste herangeschafft werden.

Mal eben schnell etwas besorgen!

In Schweden bedeutet: „Schnell etwas besorgen!“ sorgfältig zu planen, was alles in diesem Moment und vielleicht in den nächsten Tagen noch benötigt wird, denn „Mal eben losfahren!“ bedeutet mindestens 60 km (eine Tour) bis zu nächsten Baumarkt. Und wenn man gerade dort ist, kann man noch schnell ein paar frische Lebensmittel einkaufen.

Also schnell im Internet nach dem Weg zur nächsten Hornbach-Filiale geschaut, auf der Homepage ein passendes Ladegerät gesucht und gefunden und ab ging es. In Schweden braucht man beim Autofahren ganz gewiss eines: „Zeit“. Ein Luxus, den wir leider nicht hatten. Wir kamen 30 Minuten vor Ladenschluss an und nach einem kurzen Gespräch mit einer Verkäuferin, gab sie uns freundlich zu verstehen, dass das von uns gewünschte Ladegerät nur Online über die Zentrale zu bestellen sei! Autsch! Zum Glück hatte sie Mitleid mit uns und schickte uns zu einem nahe gelegenen Jula-Fachmarkt, im dem wir dann auch fündig wurden. Endlich lief es. So war der Schein.

Warnleuchten = Bluthochdruck

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist. Wenn ich im Ausland bin und mein Auto zeigt mir im Dislplay diverse Warnsymbole, beginne ich zu hyperventilieren und es setzt extremer Bluthochdruck ein. In Gedanken spiele ich dann alle möglichen Szenen durch, was mich nicht ruhiger werden lässt. Soll ich weiter fahren? Wo ist jetzt die nächste Werkstatt, die jetzt noch geöffnet hat? Habe ich die ADAC – Telefonnummer eingespeichert? Ich entschied mich, erstmal zum nächsten Burgerking zu fahren. Bei einem leckeren Chickenburger lässt es sich einfach besser denken! Auf dem Parkplatz stellten wir dann noch fest, dass sich das Auto nicht mehr über die Zentralverriegelung abschließen ließ. Was sollte jetzt noch kommen? Wir haben es ausgesessen und die Warnleuchten sind bis heute noch an. Ich sollte jetzt wirklich mal in die Werkstatt fahren!

Die Jagd nach den Großen

Vom ersten Tag an haben wir sehr gut gefangen. Nur an zwei Tagen lief das Fangen sehr schleppend. Wir haben uns zuerst in der näheren Umgebung unseres Strandes auf die Suche gemacht und dann unser Revier ausgeweitet. Bereits am zweiten Tag konnte Sven Ole seine Bestmarke beim Hecht knacken und erhöhte auf 104 cm. Das ging schon gut los.

Zahlenmäßig waren die Hechte überlegen, gefolgt von den Barschen. Die auf der Wunschliste ganz oben stehenden Zander konnten leider nicht von uns überlistet werden. Die Einheimischen erzählten uns, dass Diese ausschließlich in den tiefen Stellen des Sees zu finden seien. Da Bellyboote leider keinen ausreichenden Platz für hochauflösende Echolote bieten und unser Gerät ungefähr die Größe eines Gameboys hat, gestaltete sich das Suchen und Finden von Spots doch etwas schwierig. Es zeigte sich mal wieder, dass gutes Gerät einfach unverzichtbar ist. Also hielten wir uns hauptsächlich im Uferbereich auf und stellten recht schnell fest, dass Topwater-Köder der absolute Bringer waren. Mein absoluter Favorit war der Frosch von Sébile. Es lief sogar so gut mit diesem Köder, dass dieser nach einigen Tagen so zerfetzt war, dass wir uns entschieden, im nächsten Angelladen Nachschub zu holen. Es sollte sich herausstellen, dass die nächste Generation an Ködern noch schneller kaputt sein sollte. Wer also so einen Angelurlaub plant, muss an ausreichend Material denken. Am vorletzten Tag haben wir eine Bucht entdeckt, die scheinbar – wegen der geringen Wassertiefe – mit normalen Angelbooten nicht zu erreichen war. Hier durften wir einen der größten Vorteile der Bellyboote kennen lernen. Entspanntes Angeln im Flachwasser. Es schien so, als hätte seit Jahren niemand in dieser Ecke des Sees gefischt. Biss auf Biss. Mehrmalige Attacken nach aggressiven Fehlbissen. Einfach herrlich.

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